Schwerpunkt Thema Angst

„Man muss nichts im Leben fürchten, man muss nur alles verstehen.“ (Marie Curie)

Um Verstehen, Situationen einordnen und adäquat handeln zu können, ist ein gewisses Maß an Entspanntheit notwendig, damit der Geist überhaupt in der Lage ist, alles zu verarbeiten.
Es gibt Erfahrungen, Traumen, Prägungen oder auch den Mangel an Erfahrung, die es unseren Tieren oft schwer oder sogar unmöglich machen, sich so zu verhalten, wie wir es uns wünschen und wie es auch für sie selbst gesünder wäre.

Angst, Furcht und die anderen Emotionen (eine Übersicht mit weiteren Erläuterungen finden Sie weiter unten) sind für Tiere äußerst belastend, schränken ihre Lebensqualität stark ein, schwächen das Immunsystem und es ist auch für den Tierhalter oft sehr belastend mit anzusehen, wie sein Tier leidet.

Eine genaue Analyse der Ursachen und ein ausgewogener Therapieplan können aus der Angst heraushelfen.

Durch meine langjährige Tätigkeit in diversen Tierheimen und im Tierschutz und das große Thema Angst & Co. welches mir dort immer wieder begegnet, habe ich meinen Tätigkeitsschwerpunkt auf die Arbeit mit ängstlichen, traumatisierten oder scheuen Tieren gelegt. Ihnen und ihren Haltern aus der Angstspirale heraus zu helfen und ihnen zu einem unbeschwerteren, leichteren Leben zu verhelfen, ist mir ein Herzensanliegen.

In die Arbeit mit ängstlichen, scheuen, furchtsamen oder traumatisierten Tieren fließen bei mir alle Elemente meiner Ausbildungen mit ein. Je nach Bedarf und Möglichkeit des Tieres werden die Schwerpunkte individuell gelegt, so dass ein Therapie- und Trainingsaufbau nach seinen und Ihren individuellen Bedürfnissen erfolgt.

„Um verstehen zu können, muss man entspannen. Um entspannen zu können, hilft es zu verstehen.
Um Denken und sein Handeln ändern zu können, muss man erst in die Lage kommen dies tun zu können“

In diesem Video sind die Arbeit und einige Signale der Körpersprache einer ängstlichen Hündin im Tierheim zu sehen. Sie wurde zusammen mit zwei anderen Hunden (vermutlich verwandt) etliche Monate bevor dieses Video gedreht wurde, vor dem Tierheim abgestellt. Alle drei waren so scheu, daß man sie monatelang weder anfassen noch anleinen konnte.
In diesem Video sieht man sie nach langer Zeit des Vertrauensaufbaus. Die bewußt eingesetzte eigene Körpersprache, viel Tellington-TTouch®, Training über positive Bestärkung mit Gegenkonditionierung, Desensibilisierung, Gewöhnung und auch das Clickertraining haben ihr viel geholfen.
Im zweiten Teil des Videos ist eine Sitzung mit Tellington-TTouch®-Körperarbeit zu sehen. Da viele Techniken sehr langsam und sanft ausgeführt werden, muß man manchmal schon genau beobachten, um zu sehen, was gemacht wird. In jedem Fall aber kann man beobachten, wie Tilly dabei so entspannt, wie sie es sonst nicht schafft bei Trubel und Lärm im Tierheim!
Darunter zwei Videos von ängstlichen Katzen im Tierheim ..

Beispielvideo Angsthund bellt aufgeregt und beruhigt sich durch TTouch …:

Beispielvideo Einsatz der Stimme bei der Arbeit mit einer angst-agressiven Katze:

 

Angst erkennen – Vertrauen schaffen – angepasst trainieren – mutig zusammenarbeiten.

Es gibt viele Arten von Angst. Genau genommen muss man unterscheiden zwischen Unsicherheit, Angst, erlernter Angst, generalisierter Angst, Furcht, Panik und Phobie. Die Unterschiede:

  • Unsicherheit: zurückhaltendes, vorsichtiges Verhalten, zögernd Neuem gegenüber.
    Kann durch wiederholt unangenehme Erfahrungen zu Angst (erlernte Angst) oder Furcht werden.
  • Angst: Gefühls- oder Gemütszustand, Grundgefühl; natürliches Reaktionsmuster welches dazu dient, bei Gefahr adäquat zu reagieren. Dient dem Überleben.
  • Erlernte Angst: Durch Verknüpfung eines Ereignisses mit einer negativen/unangenehmen Erfahrung (entsprechend der klassischen Konditionierung). Z.B. Schmerz und Schreck bei Berührung eines Weidezauns während das Vieh auf der Weide im Blick war lässt erlernte Angst vor dem Vieh entstehen.
  • Panik: Steigerung von Angst. Eingeschränktes Handelsvermögen, starke körperliche Symptome, Flucht- oder Angriffsverhalten, auslösender Reiz nicht vorhanden.
  • Generalisierte Angst: Viele negative Erlebnisse führen zu Angst vor beinahe allem, sehr schwer zu therapieren, sehr langwierig.
  • Furcht: Konkreter Auslöser vorhanden (z.B. Heißluftballon).
  • Phobie: Ausgeprägte Furcht die sich zwanghaft aufdrängt. Geringfügige Auslöser können extreme Reaktionen hervorrufen (z.B. Furcht vor Heißluftballon → Phobie vor allem rundem überm Kopf wie Satellitenschüssel, Straßenlaterne u.ä.).